News vom 27.01.2010

Konzentrationsprozess bei den Molkereien schreitet voran

Die zweitgrösste Sparte der deutschen Ernährungsindustrie ist in grossem Strukturwandel. Die verarbeitete Milchmenge wird pro Betrieb immer grösser. Nestlé, gefolgt von Danone und Lactalis sind an der Spitze.

Auf den Konzentrationsprozess in der deutschen Molkereiwirtschaft hat der Rheinische Landwirtschafts- Verband (RLV) hingewiesen. Die Zahl der Molkereien in Deutschland habe stark abgenommen, und zwar von noch 360 Unternehmen im Jahr 1990 auf 127 im Jahr 2000 beziehungsweise nur noch genau 100 Unternehmen mit 234 Betriebsstätten im Jahr 2008, berichtete der RLV in einer Presseinformation.

Die Molkereien verarbeiteten täglich zusammen mehr als 75 000 t Milch zu hochwertigen Lebensmitteln. Der RLV stellte weiter fest, dass sich die europäische Molkereibranche schon seit geraumer Zeit im Umbruch befinde. Das Schweizer Unternehmen Nestlé halte mit Abstand die Spitzenposition bei einem Umsatz von 18,5 Mrd Euro im Jahr 2008, gefolgt von den beiden französischen Unternehmen Danone und Lactalis. Die Fusion der beiden niederländischen Molkereien Friesland und Campina habe zum viertgrößten europäischen Molkereiunternehmen mit einem Jahresumsatz von 8,9 Mrd Euro geführt. Die beiden größten deutschen Mol- kereifirmen, Müller-Milch und Nordmilch, hätten für 2008 einen Umsatz von jeweils 2,3 Mrd Euro ausgewiesen.
Grafik: Die weltgrössten Molkereiunternehmen im 2006

Die deutsche Milchindustrie ist laut RLV mit einem Umsatz von 22,3 Mrd Euro und insgesamt 36 500 Beschäftigten die zweitgrößte Sparte der deutschen Ernährungsindustrie. Rund 21 % ihrer Umsätze würden die deutschen Molkereien über den Export erwirtschaften. Mehr als die Hälfte der Milch werde von genossenschaftlichen Unternehmen verarbeitet. pd/hps



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