Kältewelle treibt Rohstoffpreise
Minustemperaturen sorgen an den Börsen für Aufsehen. Nicht nur geben sie dem Ölpreis Auftrieb, auch die Orangensaftpreise steigen.
Mengen und Preise
Eisige Temperaturen weltweit sorgen für Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Öl, Erdgas, Industriemetalle wie Aluminium, aber auch Orangensaft verteuern sich, weil eine Kältefront viele Länder von den Vereinigten Staaten über Europa bis China fest im Griff hat. «Das Wetter erhöht die Nachfrage für Treibstoffe und Energie. Das treibt die Preise», sagte Timothy Ghriskey, des Vermögensverwalters Solaris Asset Management in der Financial Times.
In Florida treibe die Kälte vor allem die Zitrusbauern um. Orangen werden durch Temperaturen unter zwei Grad Minus geschädigt. «Die gesamte Ernte Floridas ist in den kommenden Nächten bedroht», sagte Pete Spyke, Eigentümer von Arapho Citrus Management in der FT. Das Unternehmen verfügt über Anbauflächen von 121 Hektar. Neben Orangen werden auch Grapefruits und Mandarinen angeplanzt.
Frostschäden würden das Angebot weiter drücken. Nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums wird die Ernte wegen Dürre und Pflanzenkrankheiten ohnehin um 17 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Politik ist alarmiert. Floridas Gouverneur Charlie Christ lockerte die Vorschriften für den Transport von Zitrusfrüchten. LKWs dürfen ab sofort in den kommenden zwei Wochen mit größeren Mengen beladen werden. «Nicht nur die Bauern wären betroffen, sondern auch die Wirtschaft Floridas und die Verbraucher, die höhere Preise bezahlen müssten», sagte ein Sprecher des Landwirtschafts- und Verbraucherministeriums des Bundesstaates.
All das sorgt an den Terminmärkten für Aufsehen: An der Terminbörse ICE Futures verteuerte sich der Kontrakt für Orangensaftkonzentrat zur Lieferung im März in der Spitze auf 1,4965 $ je Pfund. Das ist der höchste Preis seit dem zweiten Januar 2008. hps
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