2009 mehr haltbare flüssige Milchprodukte konsumiert
Der am 4. Dezember 2009 veröffentlichte Tetra-Pak-Milchindex macht es deutlich: Der Konsum von haltbaren flüssigen Milchprodukten stieg in den Industrieländern zwischen 2008 und 2009 um 0,6 Prozent. Bis 2012 wird ein weltweites Wachstum von jährlich 2,2 Prozent erwartet.
Der Tetra-Pak-Milchindex
Der Tetra-Pak-Milchindex ist ein halbjährlich erscheinender Bericht, der Milchverarbeitern helfen soll, neue Wachstumschancen zu erkennen. Er bietet umfassende Information aus der Markforschung mit aktuellen Zahlen, Fakten und Trends bezogen auf die weltweite Milchindustrie. Die in diesem Bericht enthaltenen Daten wurden von verschiedenen Firmen-internen und -externen Quellen erhoben und von Milchmarktexperten ausgewertet. Der Index beinhaltet auch eine Analyse über die Milchindustrie, basierend auf der täglichen Zusammenarbeit mit Molkereien, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und lokalen Gemeinden überall auf der Welt, um jeden Aspekt der Milch-Wertschöpfungskette zu beleuchten.
In den Industriestaaten ist der Konsum von haltbarer Milch und anderen haltbaren flüssigen Milchprodukten zwischen 2008 und 2009 voraussichtlich um 0,6 Prozent gestiegen. Dies zeigt der aktuelle Tetra-Pak-Milchindex, der über Zahlen, Fakten und Trends der globalen Milchindustrie informiert. Das Wachstum wird in einer Periode der weltweiten wirtschaftlichen Rezession erzielt, in der eine Abschwächung von 1,2 Prozent des Gesamtverbrauchs von flüssigen Milchprodukten in den Industriestaaten erwartet wurde.
«Obwohl die Rezession viele Branchen getroffen hat, hat sie sich nicht in demselben Ausmass auf den Konsum von Milch und flüssigen Milchprodukten ausgewirkt», erklärte Dennis Jönsson, Präsident und CEO der Tetra-Pak-Gruppe. «Milch ist ein gesundes, nahrhaftes und bezahlbares Grundnahrungsmittel, das von 44 Prozent der Weltbevölkerung jeden Tag getrunken wird.»
Der Konsums von Milch und anderer flüssiger Milchprodukte soll gesamthaft um 1,3 Prozent steigen. Ende 2009 wird der weltweite Konsum von Flüssigmilchprodukten voraussichtlich 263 Milliarden Liter betragen – im Vergleich zu 259 Milliarden Litern im Jahr 2008. Die Zahl erhöht sich auf 284 Milliarden Liter, wenn Sojamilch und andere alternative Produkte wie Reis- und Nussmilch sowie Milch auf Getreidebasis dazugezählt werden.
Zukünftiges globales Wachstum prognostiziert
Entsprechend ersten Schätzungen in diesem Jahr erwartet Tetra Pak, dass der weltweite Gesamtkonsum flüssiger Milchprodukte von 2009 bis 2012 mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 2,2 Prozent ansteigen wird. Ein Grossteil dieses Wachstums wird von den Schwellenländern erzeugt, die bereits 95,8 Prozent des weltweiten Konsumanstiegs von 2005 bis 2008 bewirkt haben – aufgrund von Faktoren wie wachsender Bevölkerung, steigender Einkommen und der relativen Neuheit von flüssigen Milchprodukten. Industrieländer, die rund ein Drittel des globalen Konsums flüssiger Milchprodukte ausmachen, stehen einer schwierigeren Situation gegenüber. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in vielen dieser Staaten bereits sehr hoch. Irland beispielsweise steht mit jährlich 160 Litern an der Spitze des weltweiten Konsums von gekühlten und haltbaren Milchprodukten, verglichen mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von nur 19 Litern pro Jahr in China.
Einer der Schlüsselbereiche für weltweites Wachstum – sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern – sind haltbare flüssige Milchprodukte. In den Industriestaaten, die im Fokus der aktuellen Ausgabe des Tetra Pak-Milchindexes stehen, wird in diesem Bereich von 2009 bis 2012 eine jährliche Wachstumsrate von durchschnittlich 0,7 Prozent erwartet. Als Wachstumstreiber in den Industriestaaten gelten vier wesentliche Faktoren:
- Ein allgemeiner Gesundheits- und Wellnesstrend, der die Nachfrage nach angereicherten Produkten – die meist in haltbaren Verpackungen verkauft werden – ansteigen lässt. In Spanien beispielsweise beträgt der Anteil an angereicherter Milch infolge von Massnahmen zur Gesundheitsförderung, die von Molkereien, Regierung und regionalen Gesundheitsämtern durchgeführt wurden, inzwischen 20 Prozent des gesamten Milchkonsums. Dazu gehören Milch mit Kalzium- und Omega-3-Zusätzen, speziell für Kinder entwickelte Milch sowie laktosefreie Milch.
- Der aktive und ausgelastete Lebensstil, der praktische und zeitsparende Lösungen erfordert. So gehen beispielsweise in den USA Eltern dazu über, grosse Mengen an haltbarer Milch speziell für Säuglinge und Kleinkinder zu kaufen. Sie können diese Milch ungekühlt lagern und sparen sich so häufige Fahrten zum Supermarkt.
- Die haltbaren Produkte werden auch vom Wunsch begünstigt, das Leben während des aktuellen wirtschaftlichen Abschwungs dank kleinen Gaumenfreuden und neuen Konsummöglichkeiten intensiver zu geniessen. Dies fördert in den Industrieländern den Konsum von aromatisierter Milch sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. So wird sie in Deutschland beispielsweise von Kindern in der Schule getrunken. In den USA ist die aromatisierte Milch dagegen ein beliebtes Getränk von Erwachsenen zum Frühstück und von Kindern zum Mittagessen.
- Der wachsende Trend hin zu Einsparungen, der dazu führt, dass Konsumenten Strategien zum Geldsparen anwenden. In einigen Ländern werden zum Beispiel haltbare Produkte zu einem günstigeren Preis als gekühlte Produkte verkauft. In anderen Ländern werden sie im Rahmen von speziellen Aktionen angeboten, bei denen die Verbraucher grössere Mengen zu vorteilhafteren Preisen kaufen können.
Neue Wachstumsmöglichkeiten in den Industriestaaten
Obwohl weisse Milch mit 76 Prozent Marktanteil das grösste Segment in der Kategorie der flüssigen Milchprodukte in den Industriestaaten ausmacht, sehen die Hersteller von Milchprodukten aromatisierte Milch und Sojamilch als potenzielle Wachstumstreiber. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichneten Grossbritannien, Spanien, Kanada und Australien einen Anstieg des Konsums von aromatisierter Milch, der zweitgrössten Kategorie von flüssigen Milchprodukten nach weisser Milch in den Industriestaaten.
Und dies, obwohl das Konsumniveau zu Beginn sehr niedrig war. Sojamilch, die oft als gesunde und natürliche Alternative zur Kuhmilch positioniert wird, verzeichnet in den Industriestaaten in den Jahren 2006 bis 2009 voraussichtlich ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,0 Prozent. Es wird erwartet, dass sowohl aromatisierte Milch als auch Sojamilch von 2009 bis 2012 mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 3,3 Prozent bzw. 3,1 Prozent weltweit weiter zulegen werden. pd
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